Mitten in Berlin liegt eine grüne Oase, die ihresgleichen sucht: Der Botanische Garten Berlin in Dahlem zählt mit 43 Hektar Fläche und über 20.000 Pflanzenarten zu den größten und artenreichsten botanischen Gärten der Welt. Unter dem Konzept „Die Welt in einem Garten“ vereint die Anlage Pflanzenwelt aus allen Erdteilen, von tropischen Gewächshäusern bis zu alpinen Felslandschaften.
Lage: Bezirk Steglitz-Zehlendorf, Ortsteil Lichterfelde / Dahlem
Adresse: Königin-Luise-Straße 6, 8, 14195 Berlin
Träger: Freie Universität Berlin, zugleich botanischer Garten und botanisches Museum als internationales Wissenszentrum
Besucher pro Jahr: rund 500.000
Gartenanlage: ca. 43 Hektar Freigelände plus 15 Schaugewächshäuser
Ein Besuch lohnt sich 2026 besonders: Das Victoriahaus ist nach Sanierung wieder zugänglich, das Mittelmeerhaus wird gesichert, und Events wie der Christmas Garden und die Tropischen Nächte setzen saisonale Höhepunkte. Auf dieser Startseite für Ihren Besuch finden Sie alles Wichtige, von Eintrittspreisen über Veranstaltungen bis zu Insider-Tipps.

Der Botanische Garten Berlin ist täglich von 09:00 bis 20:00 Uhr geöffnet. Die Gewächshäuser schließen um 18:30 Uhr, der letzte Einlass an den Kassen erfolgt entsprechend früher. In der Wintersaison (Oktober bis März) verkürzen sich die Zeiten leicht, Garten und Ausgänge schließen dann um 19:00 Uhr, Kassen um 18:00 Uhr. Das Botanische Museum Berlin bleibt wegen umfassender Modernisierung voraussichtlich bis 2027 geschlossen.
Eintrittspreise (Orientierungswerte 2026):
Erwachsene: ca. 10 Euro
Ermäßigt (Studierende, Schüler): ca. 5 Euro
Schulklassen: nur 1 Euro pro Schüler, Begleitpersonen frei
Familientickets und Kombipreise verfügbar
Preise können sich ändern, aktuelle Infos und Online-Tickets im offiziellen Ticketshop. Die Empfehlung: Ticket vorab online kaufen, um Warteschlangen am Garteneingang zu vermeiden und von Kombitickets für Sonderveranstaltungen zu profitieren.
Anfahrt:
S-Bahn S1, Station „Botanischer Garten“ → Eingang Unter den Eichen
Bus M48 ab Rathaus Steglitz, X83 zum Königin-Luise-Platz
Zwei Haupteingänge: Königin-Luise-Straße und Unter den Eichen
Kostenpflichtiger Parkplatz am Königin-Luise-Platz vorhanden, öffentliche Verkehrsmittel empfohlen
Praxistipps: Planen Sie 2, 4 Stunden ein. Unter der Woche und vormittags ist es am ruhigsten. Hunde und Fahrräder sind im botanischen Garten in der Regel nicht erlaubt (Ausnahme: Blindenführhunde). Kinder haben auf den breiten Wegen viel Platz zum Entdecken.
Der Botanische Garten Berlin wurde 1679 als Hopfen- und Kräutergarten in Berlin-Schöneberg gegründet. Ab 1809 wurde der Garten Teil der Friedrich-Wilhelm-Universität und erhielt unter Carl Ludwig Willdenow eine wissenschaftliche Prägung, mit Herbarium und Bibliothek als Grundstein für die heutige Forschung.
Als die Fläche in Schöneberg nicht mehr ausreichte, wurde der Botanische Garten zwischen 1897 und 1910 auf ehemaligem Kartoffelacker in Dahlem neu angelegt. 1904 wurde der Botanische Garten für Besucher geöffnet. Die treibende Kraft hinter dem Umzug war Adolf Engler, dessen Idee einer pflanzengeographischen Darstellung den Aufbau bis heute prägt: Die Pflanzen sind nach geografischen Herkunftsregionen angeordnet, von den Alpen über den Mittelmeerraum bis nach Ostasien und Nordamerika.
Der Garten gliedert sich in drei Hauptbereiche:
Arboretum (~14 ha): große Sammlung von Baum- und Straucharten unter mächtigen Bäumen
Pflanzengeographische Abteilungen (~13 ha): Natur aus verschiedenen Erdteilen auf einem Boden vereint
Systematische Abteilung: Pflanzen nach taxonomischen Gesichtspunkten als Übergang zum Garten und Botanisches Museum als Wissenszentrum
Als Einrichtung der Freien Universität Berlin ist der Garten zugleich ein bedeutendes Forschungs- und Bildungszentrum für Botanik, Biodiversitätsforschung und die Systematik von Pflanzen, Pilzen und Algen.

Besucher können im Botanischen Garten verschiedene thematische Gartenbereiche erkunden, über 15 Schaugewächshäuser und riesige Freiflächen machen jede Jahreszeit zur Reise durch die Pflanzenwelt aller Kontinente. Die Vielfalt der Attraktionen ist dabei enorm.
Das Große Tropenhaus ist eines der größten Gewächshäuser weltweit und zugleich eine Jugendstil-Ikone. Das Tropenhaus ist 25 Meter hoch und im Jugendstil erbaut, zwischen 1905 und 1907 nach Entwürfen von Alfred Koerner. Hinter der gläsernen Fassade erwarten Gäste Temperaturen um 30 °C, hohe Luftfeuchtigkeit und eine überwältigende Pflanzenwelt der Tropen: Palmen, Lianen und exotische Bäume. Der Riesen-Bambus im Großen Tropenhaus wächst täglich bis zu 30 Zentimeter, ein Naturschauspiel, das man gesehen haben muss. Nebenan zeigt das Victoriahaus die berühmte Namensgeberin: Die Riesen-Seerose Victoria amazonica mit Blättern von bis zu drei Metern Durchmesser, umgeben von tropischen Wasserpflanzen und Sumpflandschaften.
Die Berliner Alpenwelt bietet Felslandschaften und alpine Matten mit Pflanzen aus den Hochgebirgen Europas, Asiens und Amerikas. Im Frühling und Frühsommer blühen hier Enzian, Alpenrosen und Frühblüher im „Deutschen Rotbuchenwald“, ein Highlight für Naturfreunde und Fotografen, die ein stimmungsvolles Foto suchen.
Der Japanische Garten überzeugt mit einer Gartenfläche aus Kiesflächen, Teich, Brücken sowie Ahorn- und Kieferngehölzen. Bänke und gezielte Sichtachsen ermöglichen Ruhe und Meditation, allerdings sind Teile im Winter nicht immer zugänglich.
Weitere sehenswerte Bereiche: der Rosengarten, der Arznei- und Nutzpflanzengarten sowie der Duft- und Tastgarten, der speziell für sehbehinderte Besucher konzipiert ist. Auf rund 3.000 m² laden Pflanzen wie Rosmarin und Schnittlauch mit taktilen Beschriftungen zum Riechen und Anfassen ein, ein Museumserlebnis für alle Sinne auf dem Freigelände.

Das Botanische Museum zeigt die Sammlung des Königlichen Herbariums seit 1906 und ist das einzige rein botanische Museum Mitteleuropas. Aktuell bleibt es bis ca. 2027 wegen umfassender Modernisierung geschlossen. Nach der Wiedereröffnung erwarten Besucher moderne Ausstellungen zu Kulturpflanzen, Pflanzenanatomie, Naturgeschichte und altägyptischen Pflanzenfunden, ein Knotenpunkt für Wissen, Kultur und Wissenschaft.
Die wissenschaftliche Bedeutung des Garten Berlin als Teil eines internationalen Wissenszentrums reicht weit über die Sehenswürdigkeiten der Gartenanlage hinaus: Das Herbarium umfasst mehrere Millionen Pflanzenbelege, die Bibliothek mehr als 200.000 Bände. In den Bereichen Biodiversitätsforschung und Systematik arbeitet die Einrichtung mit Institutionen aus aller Welt zusammen. Regelmäßig erscheinen Publikationen wie die Monographienreihe „Englera“ in führenden Medien der Botanik.
Führungen & Bildungsangebote:
Die Botanikschule bietet Schulklassen stark ermäßigten Eintritt und spezielle Programme zu Umweltbildung und Nachhaltigkeit
Thematische Führungen für Erwachsene, darunter „Heilpflanzen“, „Bäume der Welt“ oder besondere Führungen wie „Grüner Grusel“
Nature Journaling und weitere Formate ergänzen das Programm
Barrierefrei unterwegs: Die Wege sind weitgehend barrierefrei, zentrale Gebäude verfügen über Aufzüge und rollstuhlgerechte Eingänge, barrierefreie WCs sind vorhanden. Der Duft- und Tastgarten bietet ein inklusives Erlebnis mit Pflanzen zum Riechen und Anfassen.
Serviceangebote wie botanische Beratung und Pilzberatung unterstützen bei Fragen zu Artenvielfalt und Gartengestaltung. Aktuelle Sprechzeiten prüfen Sie am besten vorab auf der Website.
Der Botanische Garten Berlin bietet das ganze Jahr über Veranstaltungen: Die Tropischen Nächte finden im Januar in den stimmungsvoll beleuchteten Gewächshäusern statt, der Berliner Staudenmarkt, als Staudenmarkt Herbstedition ebenso wie im Frühling, lockt Gartenliebhaber an, und der Botanische Garten veranstaltet Sommerkonzerte und Märkte.
Christmas Garden: Von Mitte November bis Mitte Januar verwandelt sich die Anlage in einen Weihnachtsgarten mit über 30 Lichtinstallationen, Musik und Gastronomie entlang einer 2 km langen Route. Separate Tickets mit Zeitslots sind nötig, am besten frühzeitig online sichern. Ein echtes Ausflugsziel für die dunkle Jahreszeit.
Tipps für Ihren Besuch:
Frühling: Blütenpracht und Alpine Matten, ideal für Naturfreunde
Sommer: Rosen, Duft und Freigelände bei langen Abenden
Winter: Gewächshäuser und Christmas Garden als Höhepunkt
Bequeme Schuhe und ggf. Regenjacke mitbringen
Gastronomie auf dem Gelände vorhanden (etwas mehr als in Dahlem-Dorf), nahegelegene Cafés bieten Alternativen
Für Familien lohnen sich Entdeckungsrunden durch das Große Tropenhaus, Fotografen sollten die Morgenstunden nutzen, und Ruhesuchende finden im Arboretum und an den Wasserflächen abgelegene Plätze.
Ob als Reise durch die Pflanzenwelt, als lebendige Darstellung globaler Natur oder als Ort für Erholung und Bildung, der Botanische Garten Berlin gehört zu den lohnendsten Sehenswürdigkeiten Berlins in Deutschland. Sichern Sie sich Ihr Ticket, planen Sie genug Zeit ein, und lassen Sie sich von dieser einzigartigen Art der Naturerfahrung überraschen. Mehr Informationen und Infos zu aktuellen Ausstellungen finden Sie auf der offiziellen Website.
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