Prenzlauer Berg hat sich vom ruhigen Familienbezirk zu einem der lebendigsten Viertel für stilvolles Ausgehen in Berlin entwickelt. Rund um die Schönhauser Allee und die Eberswalder Straße pulsiert heute eine Barszene, die ihresgleichen sucht, ob am Mauerpark nach dem Flohmarkt, am Kollwitzplatz zwischen Wochenmarkt und Café, in den backsteinernen Hallen der KulturBrauerei oder auf dem Pfefferberg mit seinen wechselnden Veranstaltungen. Der Prenzlauer Berg hat eine vielseitige Bar- und Kneipenkultur, die von Craft Beer über Weinbars bis hin zum Gentlemen’s Club à la Becketts Kopf reicht. Dieser Artikel bietet schnelle Orientierung für den nächsten Feierabend oder die geplante Nacht im Kiez, mit konkreten Adressen, Informationen zu Atmosphäre und Stil sowie einer Liste der Orte, die wirklich lohnen.
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Einige Bars haben den Bezirk über Jahrzehnte mitgeprägt und gelten längst als Institution im Kiez. Hier die wichtigsten Namen:
Becketts Kopf (Pappelallee 64): Dieser Gentlemen’s Club wurde 2004 eröffnet und empfängt Gäste hinter schweren Vorhängen, die den Raum in gedämpftes Licht tauchen. Der Einlass erfolgt per Klingel, wer eintreten darf, findet eine literarisch inspirierte Karte mit Oldschool Drinks aus den 1920ern und 30ern. Ideal für spätere Abendstunden ab 20 Uhr, wenn man mit Freunden bei einem Manhattan oder Sidecar Verweilen möchte.
X-Bar (Raumerstraße 17A): Die X-Bar existiert seit 1995 und ist damit die älteste Bar im Bezirk Prenzlauer Berg. Auf kleinem Raum wird hier Mixkunst auf hohem Niveau zelebriert, von Klassikern bis zu Eigenkreationen. Besonders beliebt: Die X-Bar bietet Cocktailkurse zur Zubereitung von Eigenkreationen an. Perfekt für alle, die bei einem Besuch mehr als nur Drinks suchen.
Prater Biergarten (Kastanienallee 7, 9): Gegründet 1837, ist der Prater Berlins ältester Biergarten. Unter großen Kastanien finden rund 600 Gäste Platz, dazu gibt es ein eigenes Restaurant im historischen Rundbogenstil. Saisonaler Betrieb von Frühjahr bis Herbst, ein perfekter Treffpunkt vor oder nach dem Barbesuch, wenn Lust auf frische Luft und Bier besteht.
Kapitalist (Oderberger Straße 2): Tagsüber Café, abends Bar, der Kapitalist an der Oderberger Straße verbindet Gemütlichkeit mit unkompliziertem Stil. Das Interieur ist rustikal mit viel Holz, im hinteren Teil gibt es einen separaten Raum für Gruppen. Keine große Show, sondern ehrliche Drinks wie Moscow Mule und gute Gespräche.
Die Dichte an anspruchsvollen Cocktailbars macht Prenzlauer Berg zu einer der spannendsten Ecken der Stadt für Fine Drinking. Hier lohnt sich ein genauer Blick auf die Menge an Angeboten.
Die Lamm Bar (Wisbyer Straße 1) serviert Cocktails in zwei Größen: Lämmer (die volle Portion) und Lämmchen (die Probierversion). Das Konzept passt zum Industrial Chic des Ortes, unverputzte Wände, ein Zementtresen und sichtbare Rohre treffen auf Chesterfield-Sofas und warmes Licht. Die Lamm Bar kombiniert Industrial Chic mit gemütlicher Atmosphäre auf eine Art, die zum Bleiben einlädt. Kreative Drinks wie ein Gin-Gurken-Mix oder Tequila-Schokolade-Variationen stehen auf der Karte, und selbst die Snacks tragen kreative Namen, Teil des unkonventionellen Gesamtkonzepts.
Die Bryk Bar (Sredzkistraße, nahe Helmholtzplatz) setzt auf dunkle Eleganz: schwarze Kacheln an den Wänden, hochwertige Materialien und eine ruhige Atmosphäre. Barchefin Cordula Langer, eine der bekanntesten Barchefinnen Berlins, verantwortet Eigenkreationen mit Kräutern und aromatisierten Gin & Tonics. Die Bryk Bar bietet zudem einen eigenen Haus-Gin und einen kleinen Außenbereich für laue Sommerabende.
Die Saphire Bar im Bötzowviertel, an der Grenze zwischen Prenzlauer Berg und Friedrichshain, bietet rund 130 Cocktailkreationen und mehrere hundert Spirituosen. Das Ambiente erinnert an eine retro-futuristische Yacht: ungewöhnliche Möbel, besonderes Licht und eine Terrasse, die im Sommer schnell voll wird.
Die Bar Immertreu (Stargarder Umgebung) richtet sich an Kenner: Über 1.200 verschiedene Spirituosen stehen hinter dem langen Tresen, der Schwerpunkt liegt auf Whiskey und klassischen Drinks. Das Flair erinnert an die 1920er-Jahre, ein idealer Ort für Dates oder stille Abende mit Qualität im Glas.
Erwähnenswert sind auch die Rumford Bar, bekannt für kreative Cocktails und eine besondere Atmosphäre, sowie die Voulez Vous Bar, die sich durch stilvolle Cocktails und Gemütlichkeit auszeichnet.
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Prenzlauer Berg ist auch ein guter Ort für unkomplizierten Weingenuss, fernab von Chichi und Etikettenschau. Wer Weine ohne Aufwand genießen will, findet hier die passende Weinbar.
Salvatore Pulvermacher (Cantianstraße 21, Gleimkiez) hat seit September 2018 geöffnet und liegt günstig zwischen Mauerpark und Schönhauser Allee. Der Schwerpunkt liegt auf Weinen aus Deutschland, Spanien, Portugal, Frankreich und Italien. Dazu gibt es ehrliche Cocktails wie Whiskey Sour oder Negroni und ein kleines Menü mit Tapas. Die Atmosphäre ist rauchfreundlich, ohne Bühne für Eitelkeiten, eher Stammtisch-Feeling zum Feierabend mit Freunden. Wer Essen und Speisen in kleinerem Rahmen sucht, ist hier richtig.
Weitere Adressen wie Mauerwinzer oder Baden im Wein bieten eine größere Auswahl an deutschen Weinen (teils über 150 Positionen), dazu Vesperplatten und Terrasse oder Kamin. Die Rhinosçéros Bar ergänzt das Angebot mit einer entspannten Jazz-Atmosphäre und einer kreativen Weinauswahl. Auch die Bar Normal verdient Aufmerksamkeit: Sie bietet raffinierte kleinere Bites zu ihren Weinen, ideal für alle, die vor allem Qualität schätzen.
Prenzlauer Berg ist auch ein spannendes Pflaster für Craft Beer, weit jenseits der klassischen Eckkneipe.
Die Badfish Bar (Stargarder Straße 14) bringt New-York-Neighbourhood-Style nach Berlin: Backstein, Holz und eine große Auswahl an Craft Beer und Whisky. Dazu Frozen Margaritas, kreative Cocktails und als Signature-Detail kostenloses Popcorn. Ein Ort mit Spaß und Charakter.
Birra nahe dem Helmholtzplatz ist eine italienische Craft-Beer-Bar mit rund 20 Zapfhähnen. Der Fokus liegt auf italienischen Bierstilen, von Wiener Lager bis IPA. Norditalienische Snacks und ein lockeres, authentisches Team machen den Ort zu etwas Besonderem.
Der Manifest Taproom & Kitchen (Oderberger Straße) bietet 27 Fassbier-Taps und eine Küche, die bis 22 Uhr Essen serviert. Geöffnet ab 17 Uhr unter der Woche, ab 16 Uhr am Wochenende, ein idealer Startpunkt für den Abend. Kurzer Tipp: Wer belgisches Bier liebt, findet in der Herman Belgian Bar rund 130 Sorten von Trappisten bis zu saisonalen Abfüllungen.
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Die Achse Eberswalder Straße, Schönhauser Allee, Kastanienallee bildet das Rückgrat für jeden Bar-Crawl im Prenzlauer Berg. Am Wochenende füllen sich die Bars entlang dieser Route, die Straßen werden zum Flanierpfad, und die Kultur des Viertels zeigt sich von ihrer besten Seite.
Das Kink (Pfefferberg, Schönhauser Allee 176) öffnete im Juni 2020 als Mix aus Restaurant und Bar. Das Kink hat ein grünes Interieur mit hängenden Pflanzen, dazu eine große Terrasse und Kunstinstallationen über der Bar. Die Cocktailkarte ist experimentell, Drinks wie der innovative Vodka Matcha Soda setzen Maßstäbe. Das Kink bietet saisonale und regionale Küche, darunter ein Rinderzungen-Sandwich mit Gruyère Käse, und verwendet dabei vor allem lokale Zutaten.
In der KulturBrauerei (Schönhauser Allee 36) verbinden sich Clubs, Konzerte und Bars mit einem Biergarten im Innenhof. Der Frannz Club eignet sich perfekt für Abende, an denen man bei Konzerten und Musik starten und später in ruhigere Bars wechseln will. Kleinere Adressen wie die Crossroads Bar oder die Blaumilchkanal Bar, die Snacks und kleine Gerichte zubereitet, bieten intimere Räume in der Nähe der U Eberswalder Straße. Auch die 8 mm Bar, die seit 2002 existiert und sich seitdem erweitert hat, gehört zu den festen Anlaufstellen entlang der Prenzlauer Allee.
Anreise: Die U2 hält an Eberswalder Straße und Schönhauser Allee, die Ringbahn durchquert die Schönhauser Allee. Die Trams M1, M10 und M12 verbinden alle wichtigen Punkte im Kiez, auch spät abends ist die Nutzung unkompliziert.
Mit diesen Hinweisen wird der Abend rund:
Reservieren lohnt sich: Besonders donnerstags bis samstags sind Bars wie Becketts Kopf, Lamm Bar oder Bryk Bar schnell voll. Vorab per Tel. oder Online-Formular einen Platz sichern.
Route planen: Früh im Biergarten oder einer Weinbar starten (Prater ab Mittag, Salvatore Pulvermacher ab 19 Uhr), später zu einer Cocktailbar oder einem Ort wie Becketts Kopf wechseln.
Rücksicht auf Nachbarn: Ab ca. 22 Uhr Lärm auf der Straße reduzieren, vor allem in Wohnstraßen rund um Kollwitz- und Helmholtzplatz.
Budget & Bezahlen: Cocktails in gehobenen Bars kosten zwischen 9 und 13 €. Kartenzahlung ist fast überall möglich, manche älteren Bars bevorzugen aber Barzahlung. Diese Website verwendet Cookies, wie auch viele Barseiten für Reservierungen.
Sicher nach Hause: Nachtbusse (z. B. N2 über Eberswalder Straße und Schönhauser Allee) und die Ringbahn bilden das Rückgrat für den Heimweg.
Qualität vor Menge: Lieber ein bis zwei Bars bewusst wählen und die Drinks, das Licht und die Musik wirklich wahrnehmen, als im Akkord durch den Kiez hetzen. So macht ein Foto vom Abend auch mehr Spaß.
Prenzlauer Berg bietet viele Möglichkeiten für einen entspannten Abend, vom noblen Gentlemen’s Club über kreative Cocktailkunst bis zur ehrlichen Weinbar und rustikalen Biergartenkultur. Die zentrale Lage rund um Schönhauser Allee, Eberswalder Straße und die Nähe zu Mauerpark und Kollwitzplatz macht den Kiez ideal für Abende, die sich zwischen leisen Gesprächen bei Wein und ausgelassenen Nächten mit Cocktails und Live-Musik bewegen. Wer auf der Suche nach neuen Lieblingsorten ist, wird in dieser Stadt und vor allem in diesem Teil von Berlin immer wieder fündig. Die Szene wandelt sich, doch die Qualität bleibt, und genau das macht die Bars im Prenzlauer Berg so besonders.
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