Friedrichshain hat eine vielseitige Barszene, die vom 3,50-Euro-Bier in der Eckkneipe bis zum 14-Euro-Signature-Cocktail mit hausgemachtem Sirup reicht. Die meisten Lokale ballen sich rund um die Simon-Dach-Straße, die Warschauer Straße, das RAW-Gelände und den Boxhagener Platz. Zwischen Späti-Kultur und anspruchsvoller Barkultur findet hier jeder Nachtschwärmer und jeder Genießer einen Ort, der passt. Dieser Beitrag liefert konkrete Tipps zu Drinks, Atmosphäre und Lage; aufgebaut wie eine abendliche Barhopping-Route durch den Kiez.
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Krass Böser Wolf zählt zu den bekanntesten Bars in Friedrichshain. Die Adresse am Markgrafendamm verbindet Alt-Berliner Eckkneipe mit moderner Cocktailbar: viel dunkles Holz, gedimmtes Licht, Barhocker entlang eines langen Tresens. Die Stimmung ist entspannt; Krass Böser Wolf hat eine Kneipenatmosphäre, die weder steif noch laut wirkt.
Krass Böser Wolf hat viele Eigenkreationen mit hausgemachten Infusionen und Reduktionen. Auf der Karte stehen Negroni-Varianten, Highballs wie Vermouth Tonic und Experimente wie der Earl Grey Sour oder der Giniwi mit frisch gepresstem Kiwisaft. Das Team arbeitet mit hoher handwerklicher Qualität, was sich unter anderem im Mixology Award und der Präsenz beim Bar Convent Berlin widerspiegelt.
Am Wochenende wird es ab 21 Uhr voll. Wer unter der Woche kommt, findet die Bar ideal für Dates, kleine Runden oder Pre-Drinks vor dem Weitertreiben ins RAW-Gelände.
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Booze Bar und Goldfisch Bar liegen im erweiterten Simon-Dach-Kiez nah beieinander. Beide gehören zu den Highlights für alle, die Cocktails auf hohem Niveau trinken wollen, ohne den touristischen Trubel der Hauptstraße.
Die Booze Bar in der Boxhagener Straße 105 verzichtet auf eine feste Karte. Stattdessen fragen die Barkeeper nach Vorlieben und mixen individuelle Drinks. Klassiker wie Old Fashioned oder Martini sitzen genauso, wie freie Kreationen mit hochwertigen Spirituosen. Auch alkoholfreie Cocktails erreichen hier Cocktail-Niveau. Die Booze Bar verwendet Bier von der Privatbrauerei ROLLBERG und wurde 2015 mit dem Mixology Award ausgezeichnet.
Die Goldfischbar in der Grünberger Straße 67 hat eine schummrige Atmosphäre mit Backsteinwänden und leicht ironischem Retro-Look. In der Goldfischbar gibt es köstliche Eigenkreationen; die Goldfischbar bietet Cocktails mit witzigen Namen und hochwertige Drinks, die bei Falstaff mit 46 von 50 Punkten bewertet wurden. Wer der Simon-Dach-Straße kurz entkommen will, findet in diesen zwei Bars alles, was der Kiez an Cocktail-Handwerk zu bieten hat.
Friedrichshain bietet Bars mit Wohnzimmer-Atmosphäre, die weniger auf Prestige und mehr auf Nachbarschaft setzen. Die Sohnemann Bar und die Minimal Bar stehen beispielhaft dafür.
Die Sohnemann Bar liegt in der Niederbarnimstraße, wenige Gehminuten von der Simon-Dach-Straße entfernt. Kerzenschein, dunkle Fliesen und Pflanzen erzeugen ein Gefühl, als säße man im Wohnzimmer guter Freunde statt in einer Bar. Die Sohnemann Bar bietet selbstgemachte Liköre und Tonic; alle Sirups werden im Haus hergestellt. Die Eigenkreationen tragen augenzwinkernde Namen, die zum Probieren einladen. Inhaber Samir, gelernter Barkeeper, hat den Laden als Treffpunkt für Nachtschwärmer und Genießer konzipiert; zuvor befand sich hier die Salamas Bar. Geöffnet ist montags bis samstags, Sonntag ist Ruhetag.
Die Minimal Bar in der Rigaer Straße funktioniert als Mischung aus Bar, Wohnzimmer und Mini-Club. In der Minimal Bar gibt es fünf verschiedene Räume für Drinks: Samtsofas, Discolights, gemütliche Nischen und eine Tischtennisplatte im Nebenraum. Lokale DJs spielen Minimal- und Deep-House-Sets ab etwa 21 Uhr. Für größere Gruppen, Geburtstage oder als Pre-Party, bevor es weiter ins RAW-Gelände geht, ist die Minimal Bar ein solider Einstieg in den Abend.
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Friedrichshain hat seine Kneipenseele bewahrt. Fitcher’s Vogel nahe der Warschauer Straße ist ein gutes Beispiel. Fitcher’s Vogel bietet günstiges Bier und Livemusik. Fitcher’s Vogel kombiniert urige Kneipe mit schicker Cocktailbar: Flohmarkt-Mobiliar, Omasessel, Kerzenlicht und unverputzte Wände treffen auf ein paar solide Longdrinks. Das Publikum mischt Studierende, Anwohner und Kiez-Eltern, die nach dem Kinderschlaf noch etwas trinken gehen. Die Nähe zur U-Bahn Frankfurter Tor und zum RAW-Gelände macht Fitcher’s Vogel zu einem klassischen Start- oder Endpunkt für den Abend.
Weitere Klassiker verdienen kurze Erwähnung: Die KROM Bar bietet Cocktails mit einem kleinen Twist, romantisches Kerzenlicht und Flomi-Möbel. Die Dachkammer ist wie eine gemütliche Wohnung eingerichtet, hat eine Wohnzimmeratmosphäre auf zwei Etagen und serviert hausgemachte Limonade mit Blaubeer-Salbei. Die Timber Doodle Bar hat viktorianisches Flair mit antiken Möbeln und eignet sich für Abende, an denen man etwas anderes als den üblichen Fusel sucht. Wer Programm mit Übersetzung ins Fantastische will: Die Fairytale Bar bietet Cocktails mit Märchenbezug und ist inspiriert von Alice im Wunderland.
Friedrichshain liefert auch für Bierfans mehr als Pils vom Fass. Hops & Barley ist eine Mikrobrauerei-Kneipe in der Wühlischstraße. Hops & Barley braut seit 2008 eigenes Bier: wöchentlich wechselnde Sorten wie IPA, Pale Ale oder Bockbier, dazu naturtrübes Standardpils und Dunkel. Hops & Barley bietet auch Cider aus heimischen Äpfeln an. Die Umgebung passt dazu: grüne Fliesen aus der Zeit als Fleischerei, enge Räume, sichtbare Braukessel. Am Wochenende laufen Fußballübertragungen; dazu gibt es Treberbrot und Bockwurst. Bier kostet zwischen 3,50 und 5 Euro pro Glas.
BrewDog Friedrichshain am Frankfurter Tor 7 bietet als Teil der schottischen Craftbeer-Kette viele Zapfhähne mit eigenen und Gastbieren, lockere Pub-Atmosphäre und Barfood wie Burger. Für größere Gruppen ist BrewDog oft die bessere Wahl als kleine Cocktailbars, weil Reservierungen hier leichter möglich sind. In der Protokoll Bierbar gibt es russische Biere; ein Foto auf dem Handy von der Vielfalt der Zapfhähne lohnt sich.
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Die Simon-Dach-Straße ist der meistgenannte Name, wenn es um Bars in Friedrichshain geht. Vom simplen Pub bis zur spezialisierten Cocktailbar stehen hier Lokale Tür an Tür. Der Boxhagener Platz ist ein guter Startpunkt für Bar-Hopping in Friedrichshain.
Ein typischer Abend kann so aussehen: Start gegen 19 Uhr im ruhigeren Sohnemann oder Krass Böser Wolf, dann weiter durch den Simon-Dach-Kiez mit einem Stop in der Booze Bar oder Goldfisch Bar, Abschluss im Minimal Bar oder auf dem RAW-Gelände nahe der Oberbaumbrücke. Wer in einem Hotel wie dem Michelberger übernachtet, hat die gesamte Welt dieser Bars fußläufig erreichbar.
Die Anreise gelingt über den S-Bahnhof Warschauer Straße (10 bis 12 Minuten Fußweg), die U5 am Frankfurter Tor oder die Tram M10 und M13. Zwischen den Bars fällt der Blick auf Street-Art, kleine Shops und Kinos. Ein Hinweis an alle, die aus Prenzlauer Berg oder anderen Stadtteilen anreisen: Bitte Rücksicht auf Anwohner nehmen; Feiern gehört in die Bars, nicht auf die Straße.
Freitag und Samstag sind die vollen Abende; wer Platz in der Booze Bar, im Krass Böser Wolf oder in der Sohnemann Bar haben will, sollte vor 21 Uhr kommen oder reservieren. Unter der Woche sind die Bars ab 18 bis 19 Uhr geöffnet und bis spät in die Nacht erreichbar. Sonntag ist ruhiger, aber nicht alles geschlossen.
Eine gute Routenplanung kombiniert Cocktailbar, klassische Kneipe und Bierbar: etwa Sohnemann zum Einstieg, Goldfisch für Cocktails, Hops und Barley für ein Bier zum Abschluss. Trinkgeld liegt bei etwa 10 Preis. Die meisten Bars akzeptieren Kartenzahlung; kleinere Kneipen setzen teils auf Bargeld. Cocktails kosten zwischen 10 und 15 Euro, Bier zwischen 3,50 und 6 Euro.
Die beste Bar in Friedrichshain ist die, die du beim nächsten Abend zufällig entdeckst, weil du einmal falsch abgebogen bist. Genau dafür lohnt es sich, den Kiez wie ein Zuhause zu behandeln und immer wieder neue Ecken jenseits der typischen Touri-Trassen zu testen.
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